Mein Schönes Leben

 

Hallo ihr Lieben,

 

Die liebe Sandra Liane Braun hat mich eingeladen, einen Blogartikel zum Thema „Mein schönes Leben“
zu schreiben. Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt.

 

Alle Beiträge zum Thema bilden später eine

Blogparade und können als Sammlung gelesen werden.

 Sandra Liane Braun – Raus aus dem Stress, rein ins Leben. Coach und Gedankensortiererin wenn Du sagst „Ich kann nicht mehr!“

 

Du hast ja ein schönes Leben!

 

Das höre ich öfter, seitdem ich vor zwei Jahren meinen Bürojob in der öffentlichen Verwaltung gekündigt habe und als Hypnosecoach selbstständig tätig bin. Ja, ein schönes, selbst bestimmtes Leben, das habe ich.

Ich bin mir dessen bewusst und ich bin dafür jeden Tag dankbar.

 

Aber schönes Leben, was heißt das überhaupt?

Dass mein Leben einfach ist? Dass bei mir alles klappt? Glückliche Beziehung und gute Freundschaften? Finanzielle Sicherheit?

 

Lange, lange, bedeutete es für mich, etwas erreichen und mich selbst verwirklichen zu wollen.

Beruflicher Erfolg, finanzielle Sicherheit und eine harmonische Beziehung, die mir auch emotionale Sicherheit gibt.

 

Ich komme aus einer sogenannten „Arbeiterfamilie“. Geld war immer knapp. Gemeinsamen Urlaub habe ich nur einmal, eine Woche in der Nähe vom Bodensee, erlebt. Das war der eine Urlaub mit meinen Eltern. Stattdessen Verwandtenbesuche in der DDR. Getrennte Familien in Ost und West, als eine Folge des Krieges.

Geldknappheit, mangelnde familiäre Bindungen, emotionale Unsicherheit, all das kenne ich wohl. Es gab genug Probleme. Und meine Eltern waren froh, dass ich eher ruhig und brav war und nicht anstrengend und problematisch.

 

Ich lernte mich gut alleine zu beschäftigen und viele Dinge für mich zu behalten. Ich strengte mich in der Schule an, um einen guten Beruf zu erlernen. Ich wollte raus aus der Geldknappheit, rein in die Fülle des Lebens.

Mit zunehmenden Alter wuchs meine Sehnsucht auf ein spannendes Leben, auf das Sehen und gesehen werden. Reisen, unbekannte Orte entdecken und etwas erleben. Ich bekam Fernweh und Abenteuerlust.

 

Und ich verinnerlichte früh:

 

Wenn ich etwas erleben und erreichen möchte, dann muss ich das selbst in die Hand nehmen.

Von alleine passiert es nicht. Und ich strengte mich weiter an.

 

Als Kind hatte ich einen untrüglichen Orientierungssinn.

Ich stellte mir alles von oben vor und wusste den Weg. Mein Lehrer fragte mich bei Ausflügen um Rat. Als Sechsjährige zeigte ich Mama und Oma den Weg zurück zur Bushaltestelle. Ich wollte für und mit anderen Ausflüge machen, Natur und Besonderheiten aufzeigen.

Die Natur, die Fantasie, das Kreative waren meins. In mir sprudelte eine unendliche Quelle. An einen Beruf habe ich dabei noch gar nicht gedacht.

 

Später wollte ich Chemikerin, Psychologin oder Kulturpädagogin werden. Für das Kunststudium war meine Familie nicht wohlhabend genug, so mein Denken. Studiert habe ich dann Architektur an der Kunsthochschule in Berlin.
Das Studium war schön kreativ, mir gefiel es, die eigenen Ideen aufs Papier zu bringen. Nur die Realität, das Arbeiten im Architekturbüro, die eher doch seltenen Baustellenbesuche, der Fokus auf das Äußerliche, behagten mir nicht.

 

So ganz glücklich wurde ich mit diesem Beruf nicht. Ich wollte kreativ arbeiten. Als zu Beginn des Berufslebens Computerprogramme Einzug hielten, erschrak ich, da damit die geliebte Zeichenarbeit per Hand in den Hintergrund rückte.

 

Das ganze Architektendasein, so empfand ich es, hatte ziemlich viel mit Selbstdarstellung und etwas Erreichen wollen zu tun. Und ich bekam da diesen Gedanken in den Kopf: „Architekten haben besonders viel Angst vor dem Tod, denn sie wollen unbedingt bleibende Bauwerke der Nachwelt hinterlassen.“ Ich habe mich nie getraut, mit Berufskollegen einmal darüber zu sprechen, wie sie es mit der eigenen Vergänglichkeit halten. Sollte ich das mal tun?

 

Mit meinem Beruf als Architektin war ich auf Anerkennung, Selbstverwirklichung und Geld verdienen aus.

 

Das Letztere klappt in anderen Berufen oft besser. Das Prestige der Architekten ist deutlich höher als die realen Arbeitsbedingungen. Es gab gute und schwierige Zeiten für Architekten. Die Wende brachte mal einen guten Boom, danach flaute es wieder ab. Die berufliche Unsicherheit und die langen Arbeitszeiten in den Büros führten dazu, dass ich mich auf einen sicheren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst bewarb. Und wie es der Zufall wollte, es klappte und ich wurde technische Fachangestellte. Ich beriet Bauherren und Architekten. Mein Highlight waren die vielen Vorträge, die ich gehalten habe.

 

Doch nie war ich dort, in der Förderbank, ganz zufrieden. Ich störte mich an der verwaltungsmäßigen Arbeit, an der langweiligen Routine, an der Hierarchie, am mangelnden Freiraum - und blieb. Ich blieb lange 19 Jahre!

 

Das Thema Sicherheit und ein gewisser Glaubenssatz standen mir im Weg.

 

„Du kannst doch einen so sicheren Arbeitsplatz nicht wieder aufgeben.“

 

Beides hielt mich bei der Stange. Und natürlich die Angst vor der Unsicherheit und was danach kommt.

 

So wuchs die Sehnsucht, die Stresssymptome auch. Ich engagierte mich ehrenamtlich und politisch neben der Arbeit. Oft wurde ich gefragt, „Sag mal, wo nimmst du eigentlich all diese Energie her?“ Ja, der Job machte mich nicht glücklich, also mussten andere Aktivitäten her halten, um meinen Zufriedenheitspegel aufzufüllen.

 

Ich machte ein Fernstudium in PR und Öffentlichkeitsarbeit, weil ich so gerne als Referentin unterwegs war, gerne Texte und Flyer kreierte. Ich wunderte mich, dass das im Unternehmen nicht gut ankam. Als ich meinen Wunsch nach etwas mehr Gestaltungsspielraum äußerte, hörte ich: „Frau Poth, wir haben diese Arbeit für Sie und sonst nichts.“
Mit guter Mitarbeiterführung und Empathie hatte das in meinen Augen nicht viel gemein.

 

Ich verstand und machte mich auf die Suche nach Persönlichkeitsentwicklung, neuen Stellenangeboten, Inspiration.

 

Der entscheidende Impuls zur Veränderung kam von unerwarteter Seite.

 

Wegen meiner Stresssymptome und meiner Allergien folgte ich dem Rat einer Tanzfreundin und buchte kurzerhand meine erste Sitzung bei einem Hypnotiseur. Ich schaute auf der Internetseite die Telefonnummer nach und vereinbarte sofort einen Termin. Erst später merkte ich, bei welchem weisen Menschen, ich da eine Sitzung gebucht hatte.

 

So kam ich zu meinem Hypnotiseur und Meditationslehrer Peter Kaup, der Heilmethoden aus Tibet und Indien mitgebracht hatte. Der Leitsatz des Gesundheitszentrums lautete „Du bist, was du denkst!“ Es war der entscheidende Wendepunkt zu meiner neuen Berufung.

 

Die Hypnose half mir extrem, mein eigenes Inneres wieder wahrzunehmen und in Kontakt mit mir selbst zu kommen. Ich war durch meine Arbeit mit Geld, Zahlen und logischem Denken so verkopft geworden!

 

Zwei Sätze meines Meditationslehrers trafen mich mitten ins Herz:

 

„Es ist dein Geburtsrecht glücklich zu sein.“

 

  und

 

„Gib dir die Erlaubnis, das zu tun, was du wirklich tun möchtest.“

Mir war in den Jahren zuvor schon klar geworden, dass sich mein Leben nicht so entwickelte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich war so festgefahren, so wütend, so frustriert. Ich wusste einfach nicht mehr, wie ich mich von dem ungeliebten Job trennen sollte. Und wo sollte ich denn hin?

 

Es ist nicht die Lösung, nur von etwas wegzurennen. Ich brauchte eine neue Vision, ein neues Ziel!

 

Die Erfahrung mit Hypnose, Meditation, Heilungsarbeit war lebensverändernd. Folgerichtig machte ich die Ausbildung zum Hypnose- und NLP-Coach und stellte die Weichen komplett neu. Ich machte die Ausbildung neben meinem Vollzeitjob und hielt bei der Arbeit erst einmal alles unter dem Deckel.

 

Hypnose kann sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Bewunderung, Interesse, aber auch Abwehr und Angst. Ich wollte mir selbst völlig klar sein, ob das mein neuer Weg ist. Ich begann mich nebenberuflich selbstständig zu machen. Vor zweieinhalb Jahren kündigte ich meinen sicheren Job und bin seit Juli 2018 als Hypnosecoach tätig.

 

Ja, die Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst war schön sicher. Und gleichzeitig war ich mir ganz klar darüber, dass ich es mir nicht verzeihen würde, wenn ich dort bis zur Rente bleiben würde. Dieses Bild eines Umtrunks in der Kantine, zum Ende des Arbeitslebens, das wollte nicht in meinen Kopf.

Vom öffentlichen Dienst in die Selbstständigkeit mit 57 Jahren. Das war im Unternehmen ein Paukenschlag.

 

Ich möchte hier nicht verraten, wie viele Menschen mich dazu beglückwünschten.

Viele sagten “ Du machst es richtig! Wenn ich wüsste, was ich tun könnte, dann wäre ich auch schon lange weg hier.“ Ich war schockiert über soviel Frust und fragte mich, was das für unsere Gesellschaft bedeutet, wenn gefühlt, mehr als die Hälfte der Menschen, vor allem aus Angst und Ratlosigkeit, in ungeliebten Arbeitsverhältnissen verbleiben.

 

Können wir, kann sich unsere Gesellschaft, das leisten? Ich meine Nein. Ich stelle mir selbstbestimmtes Leben und Arbeiten anders vor.

Und was macht es mit den Menschen, wenn Sie in ihren ungeliebten Jobs bleiben?

Ich arbeite gerne mit der Stressabbau-Methode
The Work. Eine sehr tolle Möglichkeit, seine Gedanken zu überprüfen. Da gibt es eine Frage, die ich auf das Berufsleben abgewandelt habe. Sie lautet:

 

„Wie und was muss ich tun, damit ich am Ende meines Berufslebens so richtig unglücklich darüber bin, mit dem, was ich beruflich getan habe?“


Diese Frage stellte ich mir. Die Aufzählung, die herauskam, hat genau meinen Job im öffentlichen Dienst abgebildet. Ich fühlte mich wie im goldenen Käfig, wie gekauft. Ich tat das, was andere von mir wollten. Und spätestens mit diesem Erkennen war klar, dass ich den Sprung wagen würde. Alles andere hätte ich guten Herzens nicht mehr tun können.

 

Ich bin jetzt selbstständig und arbeite in einem wunderschönen modernen Gartenhaus aus Holz, auf dem eigenen Grundstück. Heute begleite ich als Hypnosecoach und Mentaltrainerin Menschen auf inneren und äußeren Wegen zu mehr Ruhe, Klarheit und Freude. Und als Coach auf ihrem Weg zu einem neuen Job oder Beruf. Es macht mir so viel Freude, wenn mir meine Klienten sagen, dass sie ganz ruhig und vertrauensvoll in eine Prüfung gehen konnten. Oder dass der Konflikt mit der Kollegin sich durch das eigene Verhalten aufgelöst hat. Oder sie sich bedanken, dass sie in der Hypnose ihre neue Vision gefunden haben und wissen welches Ziel sie jetzt Stück für Stück angehen werden.

 

Ich liebe es, Orientierung zu bieten, zu ermutigen und zu inspirieren. Ich liebe es, meine Klienten mit zielgerichteten Fragen anzuregen und so Klarheit und Entschlusskraft zu befördern. Ich unterstütze die Klienten dabei, die innere Stimme wieder wahrnehmen, die doch der beste Wegweiser ist. Das macht mich glücklich.

 

Jeden Tag beglückwünsche ich mich zu meinem mutigen Schritt.

Und oftmals finde ich das gar nicht mutig, sondern einfach nur folgerichtig. Es war ein Prozess, ein Schritt hat sich aus dem nächsten ergeben. Also lass dir Zeit.

 

Wovon habe ich mich verabschiedet für mein schönes, neues Leben?

 

Ich habe mich davon verabschiedet, dass Fleiß und Durchhaltevermögen am meisten nützen im Berufsleben. Ich habe entschieden, dass Sicherheit für mich nicht das oberste Gebot in meinem Leben sein soll.

Ich lebe jetzt. Corona hat uns gezeigt, dass es die berühmte Sicherheit nicht gibt. Es ist an der Zeit die eigenen Werte und Einstellungen zu überprüfen.

 

Sind meine Einstellungen noch passend für mein Leben und für diese Zeit? Dienen sie mir noch?

 

Was bedeutet für mich ein schönes Leben?

 

Authentisch zu sein und mich frei zu fühlen. Dass ich einfach so sein kann, wie ich bin und mein Leben so großartig und lebendig sein darf, wie ich es mir überhaupt vorstellen kann.

Ich denke immer an meine Lieblingsheldin aus meiner Kindheit „Pippi Langstrumpf“. Und es ist natürlich wunderbar, einen Koffer voller Goldstücke zu haben. Der viel größere Schatz ist dieses Freisein von Angst. Fröhlich, kreativ, verbunden mit anderen, „einfach Leben“. Und sich nicht kümmern, ob man gegen ungeschriebene Regeln verstößt.

 

Es ist immer viel mehr erlaubt und viel mehr möglich, als wir denken.

 

Wir haben uns selbst ins Raster gepresst, erlauben uns oft nicht einmal, auf der Straße zu singen, wenn uns danach ist.

 

Und was brauche ich für mein authentisches Leben?

 

Mut etwas Neues zu beginnen, wenn das Alte nicht mehr passt.

Ich bin außerdem der tiefsten Überzeugung, dass jeder Mensch einzigartig und mit seiner ureigenen Aufgabe in dieses Leben gekommen ist.

Schön und erfüllend finde ich es, diese Aufgabe zu finden, zu bejahen und zu leben. Und ich glaube, wenn das möglichst viele Menschen tun, dann wird das auch unserer Gesellschaft und anderen Menschen insgesamt nützen.

 

Authentisch zu leben bedeutet für mich, dass ich mir bewusst bin, was mich ausmacht. Und dass ich mich so zeigen kann, wie ich bin. Und dass ich für meine Werte einstehe. Dazu gehört, dass ich mich mit all meinen Facetten akzeptiere. Und dass ich das beeinflusse, was ich zu beeinflussen vermag.

 

Ein authentisches Leben ist für mich schön.

 

Wer sagt, dass es immer einfach sein muss? Die Anstrengung lässt uns auch in unsere Kraft und in unseren Erfindungsreichtum gelangen. Daher gehört ein bisschen Anstrengung und Verve für mich dazu.

 

Auf den Streckenradreisen mit meinem Mann habe ich einen Spruch kreiert:

 

„Die Anstrengung ist bald vergessen, das Erlebnis bleibt.“

 

Die Anstrengung und die damit verbundenen positiven Erlebnisse auf Radreisen und Streckenwanderungen haben mein Denken und Wahrnehmen beeinflusst. Sie stärken mich für alles in meinem Leben und motivieren mich für die nächsten Herausforderungen. Wenn sich gerade nichts zu bewegen scheint in deinem Leben, kannst du dich immer im Außen bewegen, z.B. wandern, oder Rad fahren. Suche dir etwas, wo du deine Kraft spürst.

 

Es ist mir eine Freude, mit meiner Dienstleistung andere Menschen zu unterstützen, ihren ureigenen Berufs- und Lebensweg zu gehen. So frei, freudig und so authentisch wie möglich. Ich bin dabei die Wegbegleiterin und Vermittlerin. Ich bin so froh, dass ich mir erlaubt habe, das Festhalten an Sicherheit aufzugeben, um meinen individuellen Weg zu gehen. Nach jeder gelungenen Sitzung oder Meditation bin ich wie beflügelt und glücklich.

 

Und was ist dein Weg?

 

Stimmt die Richtung noch? Und weißt du, in welche Richtung du weiter gehen möchtest?

 

Ich rufe dir zu: „Wenn seit Jahren ein Unwohlsein vorhanden ist und die Sehnsucht sich immer wieder zeigt, so hat das einen Grund!“ Finde es heraus. Das Suchen und Finden lohnen sich.

 

Alles Gute für dich und deinen Weg.

 

Monika Poth

 

 

 

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